Stubenhockerei

Wir gehen nie hinaus, wir bleiben nur zuhaus'.

Nowhere (1997)

Lange, lange ist es her, dass auf dieser Stubenhockerseite zuletzt ein Review veröffentlicht wurde – und nein, es ist keine Faulheit, kein Film-Verdruss, keine Vergesslichkeit; es lag, schlicht und einfach, an einer Reise.

Dennoch ließen Herr Fräulein Himbär und ich auch diese Zeit nicht ungenutzt; aber obwohl ich mir zu den jeweiligen Filmen einige Notizen gemacht habe, ist die Rekonstruktion ihres Eindrucks – in Anbetracht der schieren Masse an Eindrücken, die im Laufe dieser Reise über uns herniederbrachen – denkbar schwierig. Ich möchte es aber dennoch versuchen, auch wenn die folgenden Reviews, auf Grund des beschriebenen Umstands, wohl ein bisschen kürzer ausfallen werden.

Also, Nowhere von Gregg Araki: Der Film bildet mit dem hier bereits erwähnten The Doom Generation (1995) und dem früheren Totally Fucked Up (1993) eine Trilogie; leider haben Herr Fräulein Himbär und ich den Letztgenannten noch nicht gesehen – aber zumindest kann ich behaupten, dass die Verwandtschaft Nowheres zu The Doom Generation offensichtlich ist: Wieder begegnen uns die Wirren des Teenagertums, latente Homosexualität, cartooneske Gewalt und – nicht zuletzt – genial stilisierte Räume (Araki sollte neben seiner Tätigkeit als Regisseur auch Hotelzimmer entwerfen!) — wobei man auch von einem genial stilisierten Universum in Arakis Filmen schreiben könnte, aus dem seine Räume ganz besonders hervorstechen. Mit diesem Stil-Universum ist Araki ein grandioser Chronist der 90er Jahre; und so werden die Hauptkonflikte des Films von all dem unterlegt, was rückblickend die 90er Jahre ausmacht: Aliens, Weltuntergang, Zynismus, Bulimie, Ecstasy und der kunterbunte Bubblegum-Style – und all das wird nicht glorifiziert, sondern zu einer Kollage der offensichtlichsten Merkmale einer Hyperrealität verarbeitet.

Die Handlungen sind episodisch und werden mehr durch ihre Motivik als durch inhaltliche Verzweigungen miteinander verwebt. Im Mittelpunkt steht dabei wieder James Duval und um ihn herum bewegen sich viele bunte Charaktere, darunter natürlich wieder so einige Kultfiguren der, ja richtig, 90er Jahre, die ich hier nicht einzeln auflisten werde (die Kultfiguren).

Also Daumen hoch, und eine gegenseitige Bereicherung mit The Doom Generation.

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4 Kommentare zu “Nowhere (1997)

  1. Pingback: The Ossuary (1970) « Stubenhockerei

  2. david
    26. September 2012

    Ich liebe Araki: er hat tatsächlich eine ganz besondere Art und Weise, den Raum zu inszenieren. Sei es (wie in deinem Screenshot) outdoor: weite Totalen mit bizarrem Setdesign oder merkwürdiger Cadrage – oder indoor: weitwinkelig, mit Untersicht. Großartig!
    Zugleich hat mir „Nowhere“ von den bislang sechs gesichteten Araki-Filmen am wenigsten gefallen. Im Kontext meiner im letzten Monat entdeckten Araki-Begeisterung heißt das freilich, dass das ich ihn trotzdem für hochinteressant halte.

  3. Pingback: Totally Fucked Up (1993) | Stubenhockerei

  4. Pingback: Kaboom (2010) und: warum HD stinkt | Stubenhockerei

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Dieser Eintrag wurde veröffentlicht am 24. Mai 2012 von in Filme und getaggt mit , , , , , , , .
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