Stubenhockerei

Wir gehen nie hinaus, wir bleiben nur zuhaus'.

Pentimento (1979)

pentimento

Auf einem Sandweg sucht eine Frau verzweifelt nach ihrer verlorenen Kontaktlinse. Ein Mann, in dessen Auto die Frau zuvor masturbiert hatte, leuchtet ihr mit seinen Scheinwerfern den Weg aus, aber es nützt nichts. Die so liebgewonnene Kontaktlinse ist verloren. Ein blutiger, fliehender Asiate wird festgehalten und vermutlich auf die Kontaktlinse durchsucht. Der Asiate wird zum Chefarzt einer Klinik in einer verlassenen Art-Deco-Fischzuchthalle. Nachdem seine Ehre durch den fälschlichen Kontaktlinsenraubverdacht verletzt wurde, rächt sich der Asiate, indem er die Frau (und einige andere Frauen) internieren lässt und qualvollen Experimenten unterzieht.

Weiterhin auf der Suche nach ihrer verlorenen Kontaktlinse, wandert die Frau zunächst unbekleidet und unbemerkt davon; man fängt sie jedoch schnell ein und bestraft sie. Man zieht ihr und einigen anderen Frauen ein Bettlaken über den Kopf und stellt dem asiatischen Chefarzt die Aufgabe, nur mittels eines Stethoskops herauszufinden, welcher der Frauen die Kontaktlinse fehlt. Anschließend stapft der Mann vom Filmanfang, der übrigens an einer Hand nur zwei Finger hat und dessen Brusthaar die Form eines Kruzifix‘ bildet, durch ein Sumpfgebiet und versucht, mit einem langen Stock Fische zu fangen. Der Chefarzt sieht ihm zunächst zu, setzt sich dann eine Melone auf und schlägt mit einem Eishockeyschläger gegen einen Damenschuh. Ein Hund bellt und der Mann vom Filmanfang, der nun eine Pflegeruniform trägt, folgt der Frau durch das Sumpfgebiet und zieht ihr die Unterhose aus. Anschließend gelingt ihm der Fang eines Fisches.

Es folgt ein Dinner, bei dem der Chefarzt, einige Pflegerinnen und die Frau, deren Kontaktlinsen inzwischen vollkommen vergessen sind, die eben gefangenen Fische* verspeisen, während irgendwo anders eine Sex- und Salatorgie stattfindet und eine Frau beinahe in einem Schaumbad ertrinkt. Im Hintergrund erklingen Töne, die die Präsenz eines Roboters erahnen lassen. Zum Abschluss des Dinners kaut der Mann vom Filmanfang, dessen eine Hand wie erwähnt nur zwei Finger hat und dessen Brusthaar die Form eines Kruzifix‘ bildet, auf einem blumenstraußgroßen Bund frischen Sellerie und der Chefarzt lässt sich von den Füßen der Frau, die zuvor fasst im Schaumbad ertrunken wäre, verführen. Die Robotertöne stellen sich als Vogellaute heraus, wenn der Chefarzt mit dem Vogel zu kommunizieren versucht. Der Orgasmus des Chefarztes wirkt sehr schmerzhaft.

In der abschließenden Sequenz lässt der Chefarzt die Frau wie ein Hündchen durch den Garten kriechen, haut erneut mit einem Eishockeyschläger gegen einen Damenschuh und vielleicht auch mit einer Schaufel auf die wie ein Hündchen durch den Garten kriechende Frau, während der Mann vom Filmanfang, dessen Brusthaar die Form eines Kruzifix‘ bildet, in seinem Wagen mit einer anderen Frau schläft.

Frans Zwartjes.

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Zugegeben: Ein Teil dieser Beschreibung ist lediglich meine Interpretation, und hat mit dem eigentlichen Film möglicherweise nichts zu tun, und zwar: Die Kontaktlinse. Es ist unklar, wonach die Frau am Anfang wirklich sucht und in welcher Beziehung der Asiate zu der Frau steht. Der Rest ist eine einigermaßen sachliche Beschreibung. Die Kontaktlinse gibt dem Ganzen aber eine schöne Struktur, finde ich.

Den vollständigen Film gibt es auf ubuweb.

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* Schockierende Erkenntnis: Ich fragte mich, ob es Barsche waren, und dabei fiel mir auf, dass das englische Wort für diesen Fisch „Bass“ lautet. Nun, „Barsch“ minus „B“ gleich „Arsch“ und „Bass“ minus „B“ gleich „Ass“. Angeblich leiten sich „Arsch“ und „Ass“ beide vom germanischen „ars-oz“  ab – aber was hat der Fisch damit zu tun? Ist es ein Schlüssel? Pontypool? Frans Zwartjes?

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Dieser Eintrag wurde veröffentlicht am 13. März 2013 von in Filme und getaggt mit , , , .
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