Stubenhockerei

Wir gehen nie hinaus, wir bleiben nur zuhaus'.

Jeunesse Perdue {Akramzadeh, 1961}

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England Iran Schweden – Folkloristische Tänze Alkohol Sex – EXAMEN Versagen Geldnot – Flamenco-Putin schlecht sitzende Kleider unmotivierte Stripteasetänze in seltsamen Höschen – deutsche Synchro schlaue Sprüche nicht synchrone Musikeinlagen – Schwangerschaft Morphium Kindstod – Tanzstudentinnen Medizinstudenten Engelmacher aus Geldnot – Tube Privatjet Schlitten – – –

Ich hatte definitiv zu wenig Alkohol in den Augen.

(Oh &: Ich kannte tatsächlich einmal einen persischen Medizin-Langzeitstudenten…) ■(am)

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Was schreibe ich bloß über Jeunesse Perdue, fragt sich der Desinteressierte Schmock und schreibt:

Was schreibe ich bloß über Jeunesse Perdue? Der Film, besser bekannt unter seinem deutschen Titel Der Perser und die Schwedin, will uns anhand der Geschichte eines persischen Medizinstudenten/Lebemanns und zweier Schwedinnen im Swinging London die bösen Folgen lotterhafter Liebesaffären aufzeigen.  Der angehende Mediziner Mustafa, übrigens gespielt vom enigmatischen Regisseur Akramzadeh selbst, versetzt die eine Dame für die andere, beide lassen sich bereitwillig die Herzchen brechen, bis, wie sollte es anders sein, eine von beiden, die marginal rechtschaffenere Monika, schwanger wird. Mustafa, der nach Durchrasseln seines Staatsexamens wieder im Iran lebt und dort als Bankangestellter – buchstäblich – Geld scheffelt, wird nach einem Brief von Monika von Gewissensbissen geplagt und kehrt nach London zurück, wo jedoch (oh weh!) das Verderben auf ihn wartet.

Der plumpen Moralbotschaft dieses Films steht, wie in vielen ähnlichen Filmen seiner Zeit, ein ziemlich offensichtliches Ergötzen an genau dem gegenüber, wovor er eigentlich zu warnen versucht: Dem „wilden“ Londoner Nachtleben, der Vielweiberei und so weiter. Viel interessanter, und wahrscheinlich der vornehmliche Grund, weshalb man sich diesen Film anschaut, ist das unbeschreibliche Maß an Nachlässigkeit, mit dem Akramzadeh seinen Stoff behandelt. Die einzelnen Abschnitte des Plots bemühen sich kaum, irgendwie plausibel oder nachvollziehbar ineinander zu greifen. Es wäre müßig, hier eine Liste von Beispielen aufzuzählen, aber einer der schönsten (wenn auch vergleichsweise am wenigsten spektakulären) Momenten dieses Films ist jener, in dem Mustafa und Monikas blonde Freundin (deren Namen ich vergessen habe) am Strand herumtollen, lachen, ins ferne Wasser springen, und plötzlich ein Hund zu ihnen rennt und sich ihrem freudigen Tollen anschließt, der dieses kitschige Bild komplettiert, ohne auf irgendeiner Ebene Sinn zu ergeben – weder als Hund noch als Krönung dieses Bildes. An seinen besten Stellen ist der Film so ungeschickt misskonstruiert wie, man möge mir den Vergleich verzeihen, Tommy Wiseaus The Room (2003), wenn auch ohne so viel Herzblut.

Auch wenn ich nicht behaupten kann, wirklich begeistert zu sein von Akramzadehs Film: Ich habe mich gut amüsiert.

Au revoir et merci, Schmock

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Ein Kommentar zu “Jeunesse Perdue {Akramzadeh, 1961}

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Dieser Eintrag wurde veröffentlicht am 6. Oktober 2013 von in Filme und getaggt mit , , , , , .
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